Antibiotika Monitoring Report 2017: Einsatz bei Geflügel weiter Rückläufig

Die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) veröffentlichte heute ihren diesjährigen Bericht zum Einsatz von Antibiotika in der österreichischen Geflügelhaltung.

Die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) veröffentlichte heute ihren diesjährigen Bericht zum Einsatz von Antibiotika in der österreichischenGeflügelhaltung. Der "Antibiotika Monitoring Report 2017" ist Teil eines umfassenden Programms zur Verringerung von Behandlungen mit antimikrobiellen Substanzen. Ein besonderer Erfolg: Kritische Antibiotika konnten seit 2013 um fast die Hälfte reduziert werden.

Erfolgreiche Reduktion des Antibiotika-Verbrauchs bei österreichischem Geflügel
Bild: QGV

Seit 2015 veröffentlicht die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen und Daten zum Antibiotikaeinsatz in der heimischen Geflügelhaltung. Die Grundlage des Reports bildet die zentrale Datenbank "Poultry Health Data" (PHD), in der alle Impfungen und AntibiotikaVerschreibungen für Geflügel verpflichtend und lückenlos durch Tierärzte dokumentiert werden. Der Bericht 2017 zeigt, dass der Antibiotikaverbrauch weiter gesunken ist. Zudem konnte auch der Einsatz kritischer Antibiotika erfolgreich verringert werden.

Antibiotikaverbrauch um 45 Prozent reduziert

Wurden im Geflügelbereich 2011 noch 4,71 Tonnen Antibiotika pro Jahr eingesetzt, konnte der Verbrauch 2016 auf 2,22 Tonnen reduziert werden. „Der Antibiotikaverbrauch konnte in den vergangenen fünf Jahren um über 53 Prozent gesenkt werden. Das ist ein großer Erfolg. In quantitativer Hinsicht wird sich der Verbrauch mittelfristig einpendeln, denn alle Tiere haben ein Recht auf Behandlung“, betont Dr. Martina Glatzl, Obfrau des QGV. Ziel ist es nun in erster Linie, den Einsatz kritischer Antibiotika zu senken. Österreichweit wurden im Jahr 2016 Masthühner mit insgesamt 0,77 Tonnen Antibiotika behandelt, gefolgt von Truthühnern mit 0,73 Tonnen und Legehennen mit 0,55 Tonnen. Für die Behandlung von Elterntieren und Junghennen wurde mit 0,17 und 0,05 Tonnen deutlich weniger Antibiotika gebraucht. Masthühner weisen seit 2011 den deutlichsten Rückgang auf, Legehennen sind die einzige
Geflügelart, bei der der Antibiotikaverbrauch angestiegen ist. Dies ist einerseits auf eine Futtermittelumstellung im Jahr 2014 zurückzuführen, andererseits hat auch die Umstellung auf alternative Haltungsformen für einen leichten Anstieg gesorgt.

 Gleiches Recht auf tierärztliche Behandlung für Geflügel, Hund und Katze.  Grafik: QGV

 

Kritische Antibiotika um fast die Hälfte reduziert

Seit 2013 konnte der Einsatz von kritischen Antibiotika von 1,24 Tonnen pro Jahr auf 0,69 Tonnen im Jahr 2016 fast halbiert werden. Kritische Antibiotika sind Antibiotika, die nicht nur in der Veterinärmedizin, sondern auch in der Humanmedizin eingesetzt werden. Bei der Dosierung kritischer Antibiotika sind kleinere Mengen notwendig. Von „klassischen“ Antibiotika mussten für denselben Zweck quantitativ mehr eingesetzt werden, doch durch die Verwendung kritischer Antibiotika steigt die Wahrscheinlichkeit einer Entwicklung resistenter Keime. Bilden sich durch den Einsatz kritischer Antibiotika resistente Mikroorganismen, können diese auch im Bereich der Humanmedizin eine Herausforderung darstellen, da im Falle einer Infektion eine Behandlung durch diese Antibiotika nicht mehr effektiv wäre. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, den Einsatz kritischer Antibiotika zu senken. Das ist uns auch gelungen, denn seit 2013 ist dieser um fast die Hälfte gesunken“, so Glatzl.

 

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